LFM GT3 Endurance Serie – Season 9 – Lauf 2 – 3H von Donington Park

Nicht nur Marvel hat seine Helden!

Am gestrigen Sonntagabend machte die LFM GT3 Endurance Serie Station im vereinigten Königreich. Genauer gesagt waren wir in Donington Park, wo sich eine der traditionsreichsten Rennstrecken Großbritanniens befindet. Auch diesmal war das Intruder Racing Team mit dem “Komm rum!” Duo Jérôme Eckardt aus Deutschland und Patrick Defawe aus Belgien am Start.

Der Rundkurs ist technisch sehr anspruchsvoll und verleitet sehr dazu die Curbs zu schneiden. Jedoch ergeben sich daraus zwei Probleme: 1. Die Reifen leiden darunter und man riskiert Druckverluste oder Schäden / 2. Die Tracklimits verstehen hier keinen Spaß und bei der vierten Warnung darf man eine Ehrenrunde durch die Box drehen.

Es waren insgesamt 32 Teams dabei und in der Qualifikation war eine freie Runde schon fast wertvoller, als die die eigene Zeit. Es gab viel Verkehr und Jérôme hatte seine liebe Mühe, um endlich richtig angreifen zu dürfen. Entweder stand jemand im Weg oder die Reifen waren wieder abgekühlt, weil man taktieren musste. Letzlich schaffte er im Porsche 991.II GT3 R mit 1:26.790 seine bis dato persönliche Bestzeit und dabei sprang ein respektabler 14. Platz raus. Erneut war alles sehr eng, denn weniger als 0.4 Sekunden trennten uns von P3 und wir hatten schon mehr erreicht, als wir uns ausgerechnet hatten.

 

Jérôme startete auch das Rennen und die ersten Runden liefen aus unserer Sicht sehr gesittet ab. Klar gab es im Feld den einen oder anderen Lackaustausch mit Ausflug ins Grüne, aber in unserer Nähe war alles sauber…….. Naja, fast …… Direkt an der Stoßstange des Vordermannes klebend, musste er sich mehr gegen die nevösen Zuckungen der Hinterleute wehren, als sich wirklich auf sein Rennen zu konzentrieren. Trotzdem konnte er sehr gut auf P17 liegend im Feld mitschwimmen und es bildete sich eine Kampfgruppe aus bis zu 8 Fahrzeugen. Dann kam es in der vorletzten Kurve beim Anbremsen zu einem Kontakt, der uns umdrehte und wir fielen dadurch bis auf Position 21 zurück.

Zudem hatten wir nun 15 Sekunden Schaden, was auf der Strecke und wegen der Reparatur auch in der Box wertvolle Zeit kostet. Dann ging es weiter und wir kamen uns vor wie bei der Wahl zum “Held der Langstrecke des Tages”. Nur ein paar Runden später wiederholte sich der selbe Vorfall in der letzten Kurve und der Schaden wuchs auf 24 Sekunden an. Einige Minuten später an der selben Stelle meinte ein Überrundeter, dass er nach einem leichten Verbremser mal eben die Tür zuschmeißen darf und machte kurzerhand den Kielmann (“Huch, da war jemand?”). Die Anzahl der Kandidaten zur vorhin erwähnten Wahl stieg in Relation zur Spannung. Mittlerweile war Jérôme sogar auf Hochspannung geladen und richtig erleichtert, als er dann auf P18 liegend zum ersten Fahrerwechsel in die Box abbog.

Nach einer gefühlten Ewigkeit und einer Standzeit von 55 Sekunden fuhr Patrick dann auf P23 wieder auf die Strecke, wo er sofort diese Position an einen Ferrari verlor, der schon warme Reifen hatte. Ansonsten war der Stint recht entspannt. Wir sind die ganze Zeit dem Ferrari mit 1- 1,5 Sekunden Abstand gefolgt und hatten nach hinten ganz viel Luft. Nur die Helden der Langstrecke mussten wieder ihr volles Potenzial abrufen und typische Aktionen im Bezug auf blaue Flaggen starten. Die Pace war mit konstanten 1:28 ganz tief und gelegentlichen Ausflügen in die 27er für unsere Verhältnisse recht gut. Auf P19 ging es ohne nennenswerte Vorfälle zum Fahrerwechsel.

Jérôme durfte dann den dritten Stint auf P24 in Angriff nehmen, konnte sich aber nach kurzer Zeit schon auf P19 festsetzen. Dann tasteten wir uns an den Drittplatzierten heran, wurden rundenlang von ihm aufgehalten und mussten mit viel Geduld auf die Überholmöglichkeit warten. In der Zeit konnte der direkt vor uns liegende Ferrari wieder etwas davonziehen. Es war in der Phase kein einfaches Rennen, weil unser Junior richtig flott unterwegs war, sich jedoch die Spitzengruppe um uns herum befand und wir sowohl von ihnen aufgehalten wurden, als auch dauernd blaue Flaggen bekamen. Doch er blieb cool und dachte sich “Was die Helden können, das kann ich schon lange!!!”. Dann machte er etwas total IRT-untypisches in Endurance Rennen: Eine saubere Divebomb gegen den Zweitplatzierten, weil er zu langsam war und wir uns zurückrundeten! Somit konnte er sich im Laufe der verbleibenden Fahrtzeit sogar noch bis auf P17 nach vorne kämpfen, bevor er zum wohlverdienten Feierabend in die Box abbog.

Patrick durfte die Jagd auf P21 fortsetzen und sein Stint war eigentlich wieder recht entspannt. Erneut folgten wir wieder einem Ferrari und zwischendurch wurden wir auch überrundet, konnten jedoch deren Tempo mitgehen. Dann war wieder so ein Held dabei, der wohl noch keine Bewerbung abgegeben hatte. So langsam fiel es schwer, sich aufgrund der Masse an Kandidaten für den Langstreckenheld des Tages zu entscheiden. Derjenige meinte doch glatt, als Überrundeter mit mir auf P19 kämpfen zu müssen, ließ mir bei der Anfahrt zu einer Kurve zu wenig Platz und dadurch fuhr uns ein anderer Teilnehmer hinten aufs Auto. Dabei muss am Heck etwas kaputt gegangen sein, denn plötzlich wurden die Bremsen immer heißer, was die Bremsscheiben ebenfalls zerstörte und die Bremskraft ließ rapide nach. Zudem noch ein Druckverlust hinten rechts und das Auto war ziemlich unruhig.

Mit einem humpelnden Zuffenhausener Ackergaul lässt sich leider kein Galopprennen gewinnen und so verloren wir in den letzten 20 Minuten ganz viel Zeit. Am Ende reichte es für P22 von 32 gemeldeten Teams, was schade ist, denn ein Top 20 Platz wäre ohne die vielen Helden der Langstrecke locker drin gewesen.

Es war ein packendes Rennen mit tollen Duellen und vielen spannenden, sowie überflüssigen Momenten. Während des Rennens hatte man kaum Zeit zu verschnaufen und trotzdem waren wir froh, als dieses Chaos zu Ende war. Auch wenn es sich nicht so anhört, hatten wir unseren Spaß und wenn ihr euch die Wiederholung des Rennens aus unserem Cockpit anschauen wollt, dann dürft ihr das gerne auf YouTube tun: https://youtu.be/C808Ovd6jbU?t=2960

Kommenden Sonntag hat Patrick sein Heimspiel, denn es geht in den Südosten Belgiens, wo wir auf der Ardennen Achterbahn unterwegs sein werden. Dann fahren wir auf der Traditionsrennstrecke von Spa-Francorchamps, wo das Rennen ab 17 Uhr sogar über 4,5 Stunden ausgetragen wird und ihr erneut per Livestream dabei sein dürft.

Bis dahin wünschen wir euch viel Grip und gebt weiter Gas!

Euer Intruder Racing Team.

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