LFM GT3 Endurance Serie – Season 8 – Lauf 11 – 3H von Barcelona

Viva la Apex ….. wieviele Schrauben sind hinten am Aston Martin verbaut?

Gestern fand der vorletzte Lauf in der Season 8 der LFM GT3 Endurance Serie statt. Die 3H von Barcelona sollten aber definitiv zu einem Höhepunkt unserer Saison werden. Vielleicht nicht sportlich, aber in Sachen Unterhaltung, wie ihr im Laufe des Berichts noch erfahren werdet.

Für das Intruder Racing Team ging traditionell das “Komm rum!” Duo Jérôme Eckardt und Patrick Defawe im Porsche 991.II GT3 R an den Start. Die Erwartungen waren so niedrig wie noch nie vor einem Rennen und das hatte zwei gute Gründe: fehlender Topspeed auf den Geraden und absoluter Trainingsmangel beim Junior, der noch unter den Folgen des Prüfungsstress zu leiden hat. Trotzdem gingen die Beiden voll motiviert ans Werk und änderten ihre übliche Taktik. Eigentlich sollten sie die Qualifikation aufteilen, aber da Jérôme so gut unterwegs war (und sein Geschimpfe gerade so unterhaltsam), ließ Patrick ihn die gesamte Quali fahren und übernahm den Start. Unsere Chantal war in Barcelona noch nie so schnell im Porsche unterwegs und legte mit 1:44.025 zwar eine tolle Zeit hin, jedoch reichte sie nur zu P31 von 37 Teams in der Startaufstellung. Nur um zu veranschaulichen, wie die Zeiten im Allgemeinen waren: P21 war nur 0,5 Sekunden und P8 nur 1 Sekunde schneller. Im Simracing ist das auf unserem Niveau ein sehr enges Feld und ließ auf ein spannendes Rennen hoffen.

 

Der Start verlief typisch für Barcelona. Eine lange Gerade, fast 40 adrenalingeladene Raser auf dem Weg zu einer engen Kurve und jede Menge Egos, die sich maßlos überschätzen. Das Resultat: Das übliche Chaos in den ersten beiden Kurven mit ganz viel Lackaustausch und den Vorsichtigen, die die A-Karte ziehen. Jedenfalls hatten wir nach drei Kurven schon fast 12 Sekunden Schaden am Auto und somit kaum eine Chance uns nach vorne zu kämpfen. Hinzu kam, dass wir aufgrund sehr übermotivierter Mannöver sogar bis auf den letzten Platz durchgereicht wurden. Doch wer uns kennt, der weiß: Aufgeben ist keine Option!!! Den Rest vom ersten Stint ist Patrick dann überwiegend hinter einem Zug aus Aston Martins und einem BMW hergefahren und profitierte von den unbeschreiblichen Fähigkeiten manches “Helden der Langstrecke”. Beim ersten Boxenstopp lag er immer hin wieder auf P29 von 36 noch im Rennen befindlichen Teams.

Jérôme durfte dann nach einer etwas längeren Pause auf P31 wieder ins Rennen eingreifen. Es lief alles rund und er hatte keinerlei Probleme während seines Stints. Konstante tiefe 46er Zeiten und so gut wie gar keine Autos um ihn herum spülten ihn bis zum Fahrerwechsel bis auf P21 nach vorne und er war recht leise bzw. hatte so gut wie gar nichts zu meckern. War Chantal etwa krank?

 

Patricks zweiter Einsatz am Abend war dann wesentlich entspannter, als die Startphase. Ein heiles Auto, keine rollenden Schikanen auf der Strecke und viel freie Strecke vor sich. Auf Position 27 wieder aus der Box kommend, konnte er konstante 45er Zeiten fahren und somit innerhalb kurzer Zeit sogar aufgrund der verschiedenen Strategien bis auf P20 vorrücken. Dann hatten wir ein Ferrari Trio hinter uns und es begann die Crux der fehlenden Geschwindigkeit auf den Geraden. Nach rundenlangem Kampf fanden die drei italienischen Gäule nur den Weg an uns vorbei, weil Ausgangs der Schikane das Heck sein Eigenleben entwickelte und wir dadurch keinen Schwung mehr hatten. Kurz vor Ende des Stints dann der obligatorische Schreckmoment, wenn der alte Mann am Lenkrad sitzt. Eingangs der Schikane hatte unser Zuffi plötzlich totales Übersteuern und der daraus resultierende Dreher lief zum Glück ohne Einschlag ab. Auch wenn es uns weitere zwei Positionen kostete, kam Patrick trotzdem auf P23 zum letzten Boxenstopp rein.

Jérôme war nun voll motiviert und wollte auf jeden Fall noch in die Top 20 kommen. Auf P26 fuhr er aus der Box und hatte gleich ein Problem: ein Aston Martin! An sich eigentlich kein Problem, wenn es nicht in Barcelona ist und der Fahrer vorne irgendwie berechenbar wäre. Zu allem Überfluss war noch ein solches Geschoss hinter uns, dessen Fahrer wohl die Formel 1 Bremspunkte verinnerlicht hatte und uns zweimal nur knapp verfehlte. Bis dahin hatten wir sie schon vermisst, die Helden der Langstrecke, aber das Rennen dauerte ja noch über 30 Minuten und es sollte noch dicker kommen. Wer unseren Junior schonmal in Aktion erlebt hat, der kennt seine große Klappe und die entsprechenden Schimpftiraden. Nur das widerzugeben, was er im letzten Stint von sich gegeben hat, würde wohl das Internet sprengen. Soviel sei gesagt: Er leidet ab sofort an einer Aston Martin Allergie! Jedenfalls war der Kollege, der seit dem Boxenstopp vor ihm herumgurkte, ein sehr unterhaltsamer Faktor in unserem Livestream. Er fuhr so wenig Flügel, dass er auf den Geraden viel schneller war, aber in den Kurven konnte man schon fast die Umdrehungen der Räder mitzählen. Jedenfalls können wir seit gestern Abend einen Aston Martin detailgetreu nachzeichnen! Nach gefühlten Stunden und 489 Versuchen wurde unsere (Un)Geduld belohnt, denn die Reifen des Vordermannes waren den Fluchattacken unserer Chantal nicht mehr gewachsen und endlich tat sich die Lücke auf. Mit einem breiten Grinsen und einem Ausdruck der Verwunderung, wie Moses damals, der auch nicht wusste, wie er es geschafft hatte das Meer zu teilen, nutzte Jérôme die gebotene Chance und schnappte sich den viel zu lange abgewarteten (aber verdienten) Platz in den Top 20.

Nach einem harten Kampf und einer LKW Ladung verlorener Nerven durfte Jérôme dann den Porsche 991.II GT3 R auf einem wohlverdienten Platz 19 über die Ziellinie fahren.

Angesichts der Tatsache, dass wir zu Beginn des Rennens abgeschlagen auf dem letzten Rang fuhren, haben wir erneut bewiesen, dass Konstanz und gesunder Ehrgeiz bei Endurance Rennen zum Erfolg führen können.

Hier dürft ihr die Wiederholung des Rennens aus unserem Cockpit anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=P27n9lm705s

Am 25/12/22 findet dann in der Season 8 das große Finale der LFM GT3 Endurance Serie statt: die 6H von Suzuka! Bisher steht noch nicht fest, ob wir teilnehmen können. Falls ja, dann wird es auf jeden Fall mit dem BMW M4 GT3 sein und wir informieren euch rechtzeitig darüber.

Bis dahin wünschen wir euch noch viel Grip, frohe Feiertage und gebt weiter Gas!

Euer Intruder Racing Team.

© Intruder Racing Team

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