Rennbericht LFM GT3 Endurance Serie – Season 9 – Lauf 1 – 3H von Kyalami

Die Salami des Todes schlägt zurück!!!!
Gestern fand der erste von zwölf Läufen der Season 9 in der LFM GT3 Endurance Serie statt.
Die Reise ging nach Südafrika, wo wir auf dem Grand Prix Kurs von Kyalami an einem 3 Stunden Rennen mit Fahrerwechsel teilgenommen haben.
Die Strecke ist technisch anspruchsvoll und die vorletzte Kurve hat es faustdick hinter der weißen Linie:
Die Salami des Todes!
Eine hohe gelbe Wurst, die das Auto bei fast jeder Berührung ohne Rücksicht auf Verluste ins gegenüber liegende Kiesbett katapultiert.
Unser “Komm rum!” Duo Jérôme Eckardt und Patrick Defawe ging im Porsche 991.II GT3 R an den Start und bei Testfahrten unter der Woche wurde deutlich, dass wir eventuell nicht unbedingt konkurrenzfähig sein würden. Das Event begann schon sehr vielversprechend, da nach dem freien Training beim Wechsel von Patrick auf Jérôme plötzlich unser neues Design nicht mehr auf dem Auto war, wie man auch auf den Bildern erkennen kann. Der Grund war das neue Livery Tool von der LFM, welches bei Patrick nicht eingeschaltet war.
Die Qualifikation wurde von Jérôme gefahren und er legte sogar mit 1:41.655 seine bis dato persönlich schnellste Runde im Porsche hin. Allerdings wissen wir nicht, welches Benzin die Konkurrenz geschnüffelt hat, diese Zeit reichte nur zu Platz 36 von 38 und somit starteten wir aus der vorletzten Reihe. In Kyalami kann das sogar von Vorteil sein, muss aber nicht, wie man später noch erfahren wird. Trotzdem waren wir verhältnismäßig schnell unterwegs, denn die Bestzeit in der Qualifikation war nur 1,050 Sekunden schneller. Es war also ein verdammt enges Feld, bei dem alle 38 Autos innerhalb von 1,2 Sekunden lagen.
Das versprach ein intensives Rennen zu werden.
Beim Start kamen alle sehr gut durch die erste Kurve, doch wie immer konnten sich im vorderen Mittelfeld die Helden der Langstrecke während der ersten Runde nicht über die Vorfahrt einigen und flogen ab. Jérôme fuhr den ersten Stint und konnte die Situation noch rechtzeitig erkennen. Doch es blieb nicht dabei, denn der Stint war Unterhaltung pur! Dauerhaft in Duellen verwickelt, keine freien Runden und permanent mit den Gegnern vorne oder hinten beschäftigt, hatte er keine ruhige Sekunde.
Und das Beste daran: Das Auto blieb komplett kratzerfrei!!!
Auf P24 kam unser Junior in die Box und während er reif für die berüchtigte Eistonne war, lag Patrick auf P28, als er wieder auf die Strecke kam.
Dann das nächste Problem: massive FPS Einbrüche und minimale Bildaussetzer beim Fahren. Leider kam einer davon an der ungünstigsten Stelle der Strecke und die Salami des Todes schlug zurück!!! Das Resultat war ein heißer Rodeo mit dem Zuffi über Teer und Kies, welcher fast glimpflich ausging. Allerdings war der letzte kleine Gegenpendler tödlich und der Einschlag unvermeidbar.
Mit 14 Sekunden Schaden an der Front, mächtigem Untersteuern und einer gehörigen Portion Frust wegen des technischen Problems ging es weiter. Neben 5 Positionen, die wir verloren, kam ein weiterer Verlust von bis zu 2 Sekunden pro Runde dazu und wir waren bei Duellen absolut machtlos. Ein Reparaturstopp hätte noch mehr Zeit gekostet und so fühlte sich Patrick beim Anblick der teils unrund laufenden Bilder auf seinem Monitor an die guten alten PlayStation Zeiten erinnert. Nach ein paar Runden hatte er sich daran gewöhnt und die Rundenzeiten wurden etwas besser.
Beim Fahrerwechsel übergab er völlig genervt und frustriert das Auto mittlerweile auf dem vorletzten Platz (P35) an Jérôme, der seinerseits auf der selben Position wieder rausfahren durfte.
Er hatte auch relativ freie Fahrt, durfte konstant mittlere 42er Zeiten abspulen und teilweise von den Fehlern anderer Teams profitieren. Dann kam ein Duell mit dem vor uns platzierten Porsche, dem er über viele Runden dauerhaft innerhalb von 0,3 Sekunden Abstand regelrecht auf den Sack gegangen ist. Irgendwann hat der Vordermann dann eingesehen dass Widerstand gegen das “Komm rum!” Duo zwecklos ist und ließ sich mit einem Überholmannöver über die Außenbahn zusätzlich demütigen.
Auf Position 26 ging es zum letzten Fahrerwechsel an die Box und Patrick ist auf P28 wieder raus gefahren.
Er hatte in der Zwischenzeit sein System neu gestartet und die Grafikprobleme schienen nun behoben zu sein. Zudem durfte er endlich mit einem heilen Fahrzeug um den Kurs heizen, was sofort zu konstanten mittleren 42er Zeiten führte. Mit relativ wenig Verkehr auf der Strecke konnte er auch in der Dunkelheit viel Zeit gutmachen und zwischenzeitlich sogar bis auf P22 nach vorne fahren. Allerdings hatten wir auch keine Zeit zu verschenken, denn es war ein Kampf gegen die Uhr. Nicht, dass wir das sowieso ständig im Bezug auf die Rundenzeiten tun, aber diesmal war es der Stint von maximal 48 Minuten, der uns Sorgen machte. Unsere Hoffnung war es, dass der Führende kurz nach Ablauf der drei Stunden über die Ziellinie fährt und das Rennen somit beendet, aber wie immer wollte er uns diesen Gefallen nicht tun. Mit einer Restzeit 1:36 Minuten auf dem Timer ging es in die letzte Runde. Definitiv zu wenig, um das Rennen innerhalb der vorgeschriebenen Zeit zu beenden, was dann eine nachträgliche Zeitstrafe von 60 Sekunden bedeutet hätte, die unser gutes Rennen vernichten würde.
Während unsere Chantal wieder in depressives Heulen verfiel und mit der Welt am Ende war, zog der alte Mann sein letztes Ass aus dem Ärmel und hoffte, dass es noch reicht: Den Stinttimer in der Box zurückstellen! Ohne Vorankündigung und mit viiiiel Überschuss bog Patrick für alle total überraschend in die Boxengasse ab und stieg mit beiden Füssen auf die Bremse! Mit 1 Sekunde Restzeit fuhr er über die Linie und hatte sogar dabei mehr als die erlaubten 50 km/h auf dem Tacho!!! Jetzt war der Timer wenigstens keine Sorge mehr und wir bangten darum, ob es im Bezug auf die Geschwindigkeit vielleicht eine Durchfartsstrafe geben würde. In der Boxengasse das Rennen beendend war die Erleichterung umso größer, als das Endresultat vorlag und wir durch die spontane “Rettungsaktion” nur 2 Positionen verloren haben. Somit lagen wir am Ende der 3H von Kyalami auf einem hart erkämpften Platz 24 von 38 gestarteten Teams.
Es war definitiv das intensive Rennen, welches wir zu Beginn befürchtet hatten. Während uns sonst die Helden der Langstrecke das Leben schwer machen, war es diesmal die Technik, die ein besseres Resultat verhinderte und trotzdem hat es Spaß gemacht. Wir haben selten ein solch hart umkämpftes Feld erlebt und sind mit dem Ausgang wirklich zufrieden.
Hier könnt ihr euch die Wiederholung unseres Rennens aus der Cockpitansicht anschauen: https://youtu.be/ScYyDUDyTB8?t=3088
Nächsten Sonntag haben wir erneut die Möglichkeit unser Glück herauszufordern. Dann geht es nach Großbrittanien zu den 3H von Donington Park und ein Einsatz unserer Endurance Spezialisten im Porsche 991 II GT3 R geplant. Selbstverständlich wieder mit Livestream aus dem Cockpit und hoffentlich weniger Problemen.
Bis dahin wünschen wir euch viel Grip und gebt weiter Gas!
Euer Intruder Racing Team.
© Intruder Racing Team

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