Misano World Circuit Marco Simoncelli im Duo Cup der LFM

Gestern Abend war der LFM Duo Cup für den zweiten von sechs Läufen an der italienischen Adriaküste zu Gast. Der Misano World Circuit Marco Simoncelli war Schauplatz eines Rennens im GT Masters Format, wo bei Rennmitte innerhalb einer vorgegebenen Zeit ein Fahrerwechsel durchgeführt werden muss. Der 4,226km lange Rundkurs ist aufgrund der wenigen langen Geraden sehr fordernd und auch die Tracklimits spielen eine große Rolle. Man durfte also auf jede Menge Spektakel gefasst sein.

Das Intruder Racing Team schickte seinen “Rentnertaxi 2.1” Ferrari 296 GT3 mit Patrick Thill und Patrick Defawe, der Rudi Geiss vertreten musste, sowie den “Crash Test Car” BMW M4 GT3 mit Ronny Neidhardt und Christian Schernhammer ins Rennen. Beide Teams durften in Split 3 fahren und wir rechneten uns nicht wirklich viel aus. Die zwei Patricks gingen mit Handicap an den Start: Der Luxemburger kommt auf dieser Strecke nicht richtig zurecht und der Belgier fuhr hier noch kein Rennen mit einem Ferrari.

Die Qualifikation lief für Ronny und Christian wie erwartet. Mit Startplatz 25 lagen sie zwar mitten in der heißen Zone, aber mehr war bei diesem engen Feld leider nicht möglich. Bei dem kleinen frechen Belgier haben wir allerdings unsere Zweifel, ob mit ihm alles in Ordnung ist. Während der Quali war er voll konzentriert und auch gut unterwegs, als plötzlich teamintern kollektives Staunen herrschte. Mit dem Spaghettibomber pulverisierte er unsere Bestzeiten und stand kurz vor Ende der Quali sogar komfortabel auf der provisorischen Pole Position. Erst im letzten Moment konnte seine Zeit von 1:33.817 unterboten werden und Startplatz 2 fühlte sich trotzdem wie ein Sieg an. Das Problem daran: Wir sind es nicht gewohnt vorne im Feld um jeden Zentimeter zu kämpfen.

So wussten wir also schon vor der grünen Ampel, dass es eine beinharte Schlacht wird und 99% nicht reichen würden, um da vorne mitzuspielen. Der Start war extrem umkämpft und unser Ferrari fiel nach regem Lackaustausch von P2 auf P5 zurück. Beim BMW war es keineswegs entspannter und eine leichte Kollision in dem ganzen Getümmel warf uns leider bis auf den letzten Platz zurück.

Danach hieß es vorne im Ferrari nur noch Vollgas und Qualirunden drehen, um dieses Wahnsinnstempo mitgehen zu können. P5 konnte erfolgreich verteidigt werden und ein sehr später (und perfekt gelaufener) Boxenstopp spülte uns sogar bis auf P2 nach vorne.

Ronny war im BMW auf einer Mission und pflügte sich durchs Feld, bevor er auf P25 zum frühstmöglichen Zeitpunkt in die Box abbog. Christian kam auch auf P25 wieder raus und konnte wegen dieser Strategie bis zum Ende des Boxenstoppfensters sogar neun Positionen gewinnen. Anschließend ging das Gerangel um jeden Zentimeter Strecke weiter, da er permanent einen direkten Konkurrenten im Rückspiegel hatte.

Beim Luxemburger Patrick im Ferrari war es noch schlimmer. Gleich drei Gegner lauerten hinter ihm und wollten sich einen Platz auf dem Podest holen. Das Training damals zu PlayStation Zeiten hat sich gelohnt, denn er wehrte sämtliche Attacken ab und machte den filigranen italienischen Flitzer gefühlte 6,83m breit. Leider kostete ihn einmal zu früh bremsen sogar zwei Plätze und er musste sich die letzten Minuten nur noch gegen einen Gegner verteidigen.

In einem spannenden Finale, das wohl kein Fingernagel überlebt haben dürfte, gab es bei beiden Autos sehr intensive Schlussrunden. Während sich Christian im BMW zusätzlich noch mit rennintelligenzbefreiten Backmarkern herumplagen musste, konnte er in der letzten Runde den laufenden Dreikampf für sich entscheiden und einen mehr als verdienten Platz 14 erkämpfen.

Patrick hingegen hat wohl einen Magneten an der hinteren Stoßstange gehabt, denn er musste sich bis zur Zielflagge vehement gegen einen vermeintlich schnelleren Ferrari wehren. Als ginge es um sein letztes Stück Kuchen, ließ er dem Gegner keine Chance und sicherte somit einen sensationellen vierten Platz.

Es war ein Rennen, welches wir so schnell nicht vergessen werden. Eine Stunde lang voll am Anschlag (und teils sogar mehr) fahren, um überhaupt mithalten zu können und dann so dafür belohnt zu werden. Das war nicht nur antrengend für die vier Fahrer, sondern auch für die Zuschauer, die in den beiden Livestreams mitgefiebert haben.

Hier könnt ihr euch die Wiederholungen anschauen:

Thill / Defawe im “Rentnertaxi 2.1” Ferrari 296 GT3: https://www.youtube.com/live/KtLXR1C1pTE?

Neidhardt / Schernhammer im “Crash Test Car” BMW M4 GT3: https://www.youtube.com/live/rR6b8Gr1cFc?si=uNnZGP4guNrp9jsW&t=2278

In 14 Tagen geht es in den Nordosten der USA, wo wir in Watkins Glen fahren werden. Bis dahin wünschen wir euch noch viel Grip und gebt weiter Gas!

Euer Intruder Racing Team.

© Intruder Racing Team

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